Kunst für die Klimastadt Ulm

Nov 30, 2021

 

Ein Schülerkunstwettbewerb zur Landesgartenschau 2030  

Die Landesgartenschau 2030 zielt in Richtung Nachhaltigkeit: Mehr Freiräume, mehr Ökologie und Biodiversität für die einbezogenen Flächen sollen entstehen und die historische Festungsanlage im Stadtraum besser erlebbar werden. Die Veränderungen sollen dauerhaft zu einer Verbesserung der Lebens- und Umweltqualität beitragen. Artenreiche Grünräume sollen geschaffen und die Verkehrsdominanz im geplanten Bereich reduziert werden.

Zur Erarbeitung eigener Positionen und Vorschläge hat die lokale agenda ulm 21 ein Projektteam gegründet. Die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit stehen dabei im Vordergrund. Die aktuellen Arbeitsergebnisse finden sich unter www.ulm-agenda21.de.

Um auch die Jugend zur Landesgartenschau zu Wort kommen zu lassen, hat das Projektteam einen Schülerkunstwettbewerb ausgeschrieben, bei dem sich die Aufgabenstellung um das Thema Klimaschutz drehte:

Ausschreibung des Wettbewerbs rund um Klimaschutzthemen

Mehr Grün, weniger Verkehr und mehr Klimaschutz – vor diesem Hintergrund war die Aufgabenstellung für Ulmer Schülerinnen und Schüler formuliert. Die Arbeiten konnten von Einzelpersonen oder Gruppen eingereicht werden und sollten folgende Fragen in den Fokus nehmen:

  • Wie können Straßen und Flächen rund um das geplante Gelände so gestaltet werden, dass mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr ist und weniger Auto gefahren werden muss?
  • Wie können öffentlicher Nahverkehr und Mobilitätsformen der Zukunft gut eingebunden werden?
  • Wie und wo können interessante Spiel- und Sportflächen gestaltet sein?
  • Wo soll auf dem Gelände Platz für die Natur sein, zum Beispiel an der Wilhelmsburg oder in Form von begrünten Fassaden oder Dächern?
  • Wie können wir den Lebensraum von Tieren und Pflanzen in der Stadt verbessern?
  • Wie können die Festungsgebäude Ehinger Tor, Blaubeurer Tor und Wilhelmsburg, die den Verlauf des Geländes bestimmen, besser erlebbar werden?

Für die Form der Darstellung gab es praktisch keine Einschränkung: Ob Fotos, Videos, Zeichnungen, Gemälde, Collagen oder Modelle, alles war erlaubt. Eine kurze Geschichte sollte das Kunstwerk und die Ideen dahinter erklären.

Eingereicht wurden über 50 sehr unterschiedliche, kreative und originelle Arbeiten von Künstler*innen aller Altersstufen, die am 24. November von einer Jury bewertet wurden.

Die wichtigsten Aussagen

Grün in der Stadt

Kernelemente der Arbeiten betrafen – wie bei einer Landesgartenschau zu erwarten – oft das Thema Grün und Natur in der Stadt. Bunte, insektenfreundliche Blumen, begrünte Dächer und Fassaden und große schattenspendende Bäume auf Freiflächen waren wiederkehrende Motive in vielen Arbeiten. Details wie eine grün überwucherte Wilhelmsburg, Nutzgarten-Bereiche, Hecken als Sichtschutz oder Kunstwerke aus Blumen fanden sich ebenso wieder wie große Überthemen. So entwickelte eine Gruppe die Idee des “Veggie-Castle” Wilhelmsburg, wo im Burggraben Obst und Gemüse angebaut wird.

Spiel, Freizeit und Aufenthaltsqualität

Für alle Kinder und Jugendlichen waren die Erlebbarkeit und der Freizeitwert der Landesgartenschau von großer Bedeutung. Die Vorschläge reichten vom Sandstrand mit Strandkorb und Bar an der Donau über ein farbenfroh gestaltetes Ehinger Tor inklusive Pavillone bis hin zum Spielturm mit Rutsche an einem der Türme der Wilhelmsburg. Dazu gehörten natürlich auch Aufenthalts- und Spielplätze aller Art, Ideen wie ein Streichelzoo am Adenauerring, eine Bühne im Ehinger Tor, Lagerfeuer- und Grillplätze, ein grünes Labyrinth, Skaterparks, Verkaufsstände für regionale Produkte und vieles mehr. Viele können sich auch mehr Wasser rund um die Festungsbauten vorstellen: ein Springbrunnen auf dem Ehinger Tor, ein kleiner See an der Wilhelmsburg, ein Wasserlauf im Burggraben. Ein häufiges Argument für mehr Grün und Aufenthaltsqualität ist, mehr Plätze zu haben, um sich mit Familie und Freunden treffen zu können.

Mobilität

Auch mit diesem Thema befassten sich einzelne Arbeiten. Die jüngste Gruppe, eine 1. Klasse, wünschte sich, dass Besucherinnen und Besucher mit dem Zug oder dem Fahrrad zur Landesgartenschau kommen. Andere wollten den Verkehr um das Ehinger Tor entflechten, indem zum Beispiel der Autoverkehr unter die Erde verlegt, für den Fuß- und Radverkehr eine grüne Brücke oder ein Tunnel für Tiere zur gefahrlosen Unterquerung gebaut wird. Insgesamt wurde immer wieder die Frage aufgegriffen, wie man die Menschen motivieren könnte, das Auto stehen zu lassen und mehr Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen. Dafür sahen es die jungen Kreativen als entscheidend an, diese Wege Aber auch an ausreichend Parkplätze für die Autos wurde immer wieder gedacht.

Innovative Impulse

Eine ganze Reihe origineller Ideen und Skizzen ist womöglich geeignet, als innovative Impulse umgesetzt zu werden: Kleine Mini-Windrädchen, die den Strom zur Aufladung von Smartphones und Tablets erzeugen; ein umgebauter alter, rot lackierter Linienbus, der mit Blumen und anderen Gewächsen im Innenraum bepflanzt ist; ein Fitnessstudion in einer Glaskuppel auf dem Ehinger Tor; der Schriftzug “ulm” als Solarpanels ausgestaltet; Stromerzeugung aus Regentropfen mit Hilfe von Teflonfolie; die Nutzung von Wellenenergie zur Stromerzeugung.

Ergebnisse der Jurysitzung am Mittwoch, den 24.11.2021

Die eingereichten Gruppenarbeiten waren auf sehr unterschiedliche Weise gestaltet (Collagen, Planskizzen, ein Video, Texte…). Die Jury bewertete die Arbeiten nach einem einfachen Raster und einigte sich auf folgende, zu vergebende, Preise:

1. Preis         Der Weg ist das Ziel           Ana Steck, Kepler-Gymnasium, Klasse 8e

2. Preis        Veggie-Castle Ulm             Regionales Ausbildungszentrum, BFB 3

2. Preis        Technische Innovationen  Anna-Essinger-Gymnasium, Klasse 6d

2. Preis        Planskizzen                           Albert-Einstein-Realschule, BK, Klasse 10

3. Preis        Videoprojekt LGS 2030      Astrid-Lindgren-Schule, Klasse 1a

Die Preisträger*innen erhalten attraktive Gruppen- sowie einen Einzelpreis.

Mit freundlicher Unterstützung von: Sparkassendom Ulm, Tiergarten Ulm, UNT Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH

Herzlichen Glückwunsch!!

Übersicht der Arbeiten der Künstler*innen

 

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